„Verbloggung und Verblödung“

Holla die Waldfee. Da hat er aber einen rausgehauen, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz. Verbloggung führe zur Verblödung lautete seine Aussage. Und da dieses Blog auch ein katholisches ist, möchte ich dazu ein paar Anmerkungen machen.Erstens:

Ganz wichtig ist meiner Ansicht nach die Frage, auf die Kardinal Marx antwortet. Es geht um fundamentalistische Internetseiten oder Blogs. FUN-DA-MEN-TA-LIS-TISCH. Das wird gerne überhört. Denn in den katholischen Blogs, die ich kenne und verfolge, legen Menschen eben über das Stilmittel des Bloggens Zeugnis von ihrem Glauben ab, erklären was katholisch ist und katholischsein bedeutet. Ich kann viele konservative Meinungen dort zwar nicht immer teilen aber ich fühle mich von der Art und Weise, wie sie vorgetragen werden, weder angegriffen noch beleidigt und auch in den Diskussionen herrscht eine Fairness im Umgang, die man sich anderswo im Netz wünschen würde. Fundamentalismus sieht anders aus. Ich würde das eher Lebendigkeit nennen. Es mag fundamentalistische Seiten geben, aber mir ist noch keine über den Bildschirm gelaufen.

Zweitens:

Als katholische Kirche stehen wir – zu Recht oder zu Unrecht – in der Kritik. Dann feuern die Sturmgeschütze der öffentlichen Meinung aus allen Rohren und es wird in einem Niveau auf uns eingedroschen, das journalistisch manchmal mehr als fragwürdig ist. Dann sind es katholische Bloggerinnen und Blogger, die dagegen anschreiben, die die Sichtweise der Kirche erklären, Fehlinformationen korrigieren oder die Informationen verbreiten, die sonst gerne einmal unter den Tisch fallen. Dafür ernten die Blogger dann selbst oft Häme und Spott. Ich muss da immer an die Leute denken, die bei Sturm im Zeltlager das Zelt festhalten. Sie werden selber nass um wenigstens ein paar Tropfen von den anderen abzuhalten. Ein bisschen Anerkennung seitens der Amtskirche wäre da angebrachter gewesen als eine pauschale Verurteilung.

Drittens:

Ganz besonders bemerkenswert fand ich den Schluss des Statements: „Wer kann sich auf Jesus von Nazaret berufen und andere erniedrigen?“ Einen kürzeren und besseren Leitfaden für Diskussionen kann ich mir nicht vorstellen. Übrigens nicht nur im Internet, sondern überall wo unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen. Und das haben wir in letzte Zeit ja eher häufig.

 

Weiterlesen:

Wahrscheinlich gibt es bald jede Menge Artikel und Hashtags dazu. Mit gefällt dieser Beitrag ziemlich gut. Und das Video gibt es dort auch.

Ein Gedanke zu „„Verbloggung und Verblödung““

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